Lizza kam am 2. März 2007 zu uns.
Nach Princys Tod habe ich nachts ihr Pfotentapsen auf unserem Parkett gehört - ich musste einfach meine Augen und Ohren für eine neue Fellnase offen halten.

Im Internet habe ich durch Zufall beim „Pfotenparadies“ ein Foto von Lizza gesehen. Ihre Beschreibung las sich sehr interessant und ich rief an.
Beim Treffen am gleichen Abend - mein damaliger Freund und heutiger Mann war auch dabei - waren wir etwas skeptisch. Lizza ließ sich nicht streicheln, hielt meterlangen Abstand und wirkte sehr unsicher und ängstlich, aber auch verspielt, neugierig und interessiert.



Wir unterhielten uns sehr lange mit der der Betreiberin des „Pfotenparadies“ und beobachteten Lizza dabei, wie sie mit den anderen Hunden (viele Welpen und zwei ausgewachsene Hunde) umging und versuchten ganz vorsichtig Kontakt zu ihr aufzunehmen.

Wir erfuhren, dass Lizza vermutlich bereits einige Zeit an der Kette gehalten und evtl. auch geschlagen/misshandelt wurde. Sie würde freiwillig zu keinem Menschen gehen und ohne Schleppleine würde man sie draussen auch nicht wieder einfangen können. Allerdings verstünde sie sich mit allen Hunden prächtig.

Lizza lag während der Unterhaltung auf einem großen Bett, das extra für die Hundemeute bereitstand. Sie ließ die Welpen auf sich rumtoben, ließ sich das Kauspielzeug aus dem Maul nehmen, knurrte nicht, bellte nicht und schaute uns immer wieder interessiert an. Irgendwann begann sie dann doch ganz vorsichtig meine Hand zu schlecken.
Wir entschlossen uns zu einem kurzen Gassigang mit der ganzen Meute, Lizza an der Schleppleine, die anderen Hunde ohne. Alle Hunde tobten auf der Wiese und Lizza reagierte sogar auf ihren Namen.

Ich nahm auf dem Rückweg das andere Ende von Lizzas Leine und zeigt ihr sanft, dass ich sie halte, aber ein Ziehen ihrerseits nicht mag. Sie schien schnell zu verstehen und lief ohne zu ziehen mit guten drei Meter Sicherheitsabstand vor mir her.
Genau zu diesem Zeitpunkt war für mich eigentlich klar, dass sie es sein soll!
Ich hatte das Gefühl, dass Lizza und ich uns verstehen.

Das Gefühl habe ich heute noch - sie ist unglaublich auf mich fixiert.

Aktivitäten:
Lizza hat das Clicker-Training sehr schnell verstanden. Sie liebt es herauszufinden, was sie tun soll, damit sie die Belohnung bekommt.
Ab und an sind wir in der Hundeschule auf einem Agility-Parcours. Dort ist sie kaum zu bremsen und nimmt fast jede Hürde mit einem Elan, der ihr anfangs kaum zuzutrauen war.
Beim Gassigehen nehmen wir öfter einen Ball oder eine Frisbee-Scheibe mit. Das macht Lizza tierisch Spaß und meist bringt sie mir den Gegenstand auch wieder zurück.
Fährtensuchen ist ihr neustes Highlight. Wie ein Staubsauger inhaliert sie die paar Leckerlis, die ich auf die Spur gelegt habe.

Außerdem macht sie meist gerne die üblichen Kunststückchen wie Dreh Dich, Roll Dich, Tschüß, Pfötchen, Hoch, Five, Touch, Krabbel, Zurück, Brings, Hols, ... oder sucht die von uns in der Wohnung oder im Garten versteckten Leckerlis (natürlich muss sie sich da auch mal irgendwo durchquetschen, etwas hochheben, sich strecken oder drunterkriechen).

Im Winter 2010 haben wir mit Mantrailing angefangen. Wie erwartet ist Lizza auch hier voller Freude dabei und hat recht bald begriffen um was es geht. Nach nun gut zehn Übungseinheiten schafft sie bereits eine Strecke von mehrern 100 Metern und findet die gesuchte Person.

Es ist ein Wahnsinn und eine Wonne unserer Fellnase bei all dem zuzusehen. Sie strahlt Lebensfreude aus, hat irre viel Energie und liebt es zu lernen und geistig und/oder körperlich bis an ihre Grenzen beschäftigt zu werden.